Lehre und Forschung / Praktisches Jahr für Studierende der Medizin

Die Ausbildung von Studierenden der Medizin ist uns, als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln, ein ganz besonderes Anliegen. Die Gestaltung des Tertiales im Wahlfach Psychiatrie und Psychotherapie geschieht in gemeinsamer Absprache mit den jeweiligen Studierenden entsprechend ihrer Wünsche und Bedürfnisse hochindividualisiert. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir während des Tertiales den Versuch unternehmen, eine längerfristige Zusammenarbeit für die Zeit nach Erlangen der Approbation vorzubereiten.

Weiterbildungsplan_PJ.pdf

Info_Formular_PJ.doc

Das Institut für Emotionsforschung Marienheide (IEM), Leitung Privatdozent Dr. Karsten Wolf, ist ein Zentrum, das als Kernstück ein modernstes psychophysiologisches Labor enthält und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Erkenntnisse der modernen Emotionsforschung für den einzelnen Patienten anwendbar zu machen. Darüber hinaus werden auch Forschungsaufträge aus dem Bereich der Grundlagenforschung bearbeitet.

Aktuelle Forschungsprojekte des IEM:

1. Der Einfluss tiergestützter Therapie auf depressive Symptome und emotionales Erleben bei allgemeinpsychiatrischen Patienten:

Schwimmen mit Delphinen, therapeutisches Reiten: Die Vorstellung, dass der Umgang mit Tieren die Symptome psychischer Krankheiten positiv beeinflussen kann, scheint gängig zu sein. Bislang gibt es jedoch international keine schlüssigen wissenschaftlichen Belege für die Annahme, dass tiergestützte Therapie bei psychischen Erkrankungen tatsächlich in der Lage ist, die Symptome zu reduzieren.

Dr. Andreas Sobottka, leitender Oberarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie am Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide und Mareike Doll-Degenhardt, Tiertrainerin aus Wermelskirchen, starten am Donnerstag, 20.01.2011, eine wissenschaftliche Studie. Sie werden Patienten in der Allgemeinpsychiatrie im Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide ein zusätzliches Angebot tiergestützter Therapie unterbreiten und messen dann den Einfluss der Therapie auf depressive Symptome und emotionales Erleben.

 

2. Emotionale Reagibilität pädophiler Patienten auf Pädophilierelevante Reize – eine Pilotstudie in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hamburg und dem LKA Hamburg:

Diese Pilotstudie hat zu Ziel, herauszufinden, ob man mit Hilfe der neu entwickelten Gesichts-EMG-Methode die Intensität der emotionalen (freudig-erregten) Reagibilität bei pädophilen Patienten auf Pädophilierelevante Reize valide identifizieren kann. Sollte dies möglich sein, so ergäben sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere auch im Bereich der Gutachterlichen Einschätzungen der Rückfallgefährdung solcher Patienten. Die Studie wird im Emotionsforschungslabor am UKE Hamburg in Zusammenarbeit mit Dr. A. Hill von der Abteilung für Sexualforschung und forensische Medizin durchgeführt. Koordination und Auswertung der Studie finden in Marienheide statt. Wir werden zeitnah berichten.


3. Die Erforschung der „intuitiven moralischen Orientierung“ aus Sicht der Emotionsforschung:

Diese Teilstudie eines internationalen interdisziplinären Forschungsprojektes unter der Leitung des Ethik-Zentrums der Universität Zürich soll klären, ob und wie die moderne experimentelle Emotionsforschung einen Beitrag zur Erforschung des weitgehend unerforschten Phänomens der „intuitiven moralischen Orientierung“ leisten kann. Wir werden zeitnah über Ergebnisse berichten.


4. Vergleichsstudie moderner Neuroleptika hinsichtlich ihres Einflusses auf die Emotionen schizophrener Patienten:

In einem naturalistischen Design werden die Wirkungen der verschiedenen modernen Neuroleptika (Atypika) auf die Emotionen von Patienten untersucht, die an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis erkrankt sind.